Arbeit und Berufswelt

Zu Besuch beim Erlebnisbauernhof Schäfer, Autohaus Walter und der Freiwillige Feuerwehr Kirchzell

Zweitklässler sammeln erste Einblicke in die Arbeitswelt aus unterschiedlichen Blickwinkeln und vertiefen ihr Wissen mit interessanten Exkursionen zur Vorort-Auseinandersetzung mit realen Gegebenheiten.

Von Carolin Sickinger

Im Rahmen des Heimat- und Sachkundeunterrichts erwarben die Schülerinnen und Schüler der zweiten Klasse der Grundschule in den Wochen zwischen Ostern und Pfingsten praktisches Wissen rund um die Arbeitswelt und die Besonderheiten einzelner Berufe. Obwohl die Berufswahl noch in weiter Ferne liegt, erfuhren sie so, dass die Schulbildung für die spätere Wahl des Berufs eine bedeutsame Rolle spielt. Einen Teil der Erkenntnisse präsentierten sie interessiertem Publikum am MINT-Tag in der Schule.

Erlebnisbauernhof Schäfer

Der erste Ausflug ging dabei zum Erlebnisbauernhof Schäfer in Kirchzell, wo sich die Kinder mit dem Beruf des Landwirtes auseinandersetzten.

 Erlebnisbauernhof Schäfer: Stall Erlebnisbauernhof Schäfer: Heuballen

Auf Bänken unter dem Kastanienbaum erfragte Frau Schäfer zunächst die Vorkenntnisse in Bezug auf die Aufgaben eines Landwirtes. Dabei lernten die Kinder erst einmal, dass die Bezeichnung „Landwirt“ die moderne Bezeichnung für den „Bauer“ ist. Ergebnisse wie Tiere füttern, Kühe melken, Tiere züchten, Mais anbauen, mit Bulldogs herumfahren, Stall ausmisten, früh aufstehen müssen und Tiere zur Welt bringen wurden im Sitzkreis zusammengetragen. Danach berichtete Frau Schäfer, dass die Ausbildungsdauer drei Jahre umfasst und insgesamt drei große Bereiche umfasst:

  • Beim Ackerbau wird beispielsweise der nachhaltige Anbau von Mais, Kürbis und Gemüse gelehrt.
  • Bei der Grünlandtechnik Erntegeräte und Themen wie Heu, Stroh sowie die Gärfuttertechnik zur Bereitung für Silage für Tiere behandelt.
  • Bei der Tierhaltung schließlich fundiertes Fachwissen über die Lebens- und Haltungsbedingungen verschiedener Nutztiere vermittelt.

Erlebnisbauernhof Schäfer: Kühe Erlebnisbauernhof Schäfer: Hühner Erlebnisbauernhof Schäfer: Hunde

Dabei zählten die Schülerinnen und Schüler die ihnen bekannten Nutztiere wie Kühe, Pferde, Hühner, Schweine, Ziegen und Schafe auf. Frau Schäfer verwies dabei auf unterschiedliche Gebiete in der Nutztierhaltung, beispielsweise die Milcherzeuger, Züchter und Rindfleischerzeuger. Außerdem berichtete sie, dass ein Landwirt heutzutage nicht mehr zwingend früh aufstehen müsse, da moderne Roboter das Melken übernehmen würden.

Erlebnisbauernhof Schäfer: Kräuter

Sie erzählte weiter, dass beim Ackerbau Getreide, verschiedene Gemüsesorten und Mais eine große Rolle spielen. Letzterer sei jedoch nicht nur für Tier und Mensch, sondern für die Stromerzeugung zunehmend bedeutsam. Besonderes Interesse weckte Frau Schäfer mit ihrer Ergänzung, welche Berufe noch unter der Bezeichung Landwirt zusammengefasst werden, nämlich der Gärtner, Kräutergärtner, Obstbauer, Waldbauer und ebenso der Winzer.

Im Anschluss an den theoretischen Beitrag durften die Kinder selbstständig die Kühe im Stall füttern, was ihnen große Freude bereitete. Als nächstes wurden Kräuter und Gräser auf dem Gelände des Bauernhofes gesammelt und näher genau betrachtet. Mit Hilfe von Frau Schäfer bestimmten sie diese und lernten so das Wiesenveilchen, Ampfer, Wiesenrispen- sowie  Weidelgras, Girsch, Butterblume und Hahnenfuß, Günsel, Augentrost, Ehrenpreis u.v.m. kennen. Zusätzlich durften sie noch die Hühner füttern und sogar eines streicheln.

Erlebnisbauernhof Schäfer: Huhn Erlebnisbauernhof Schäfer: Lernzirkel Erlebnisbauernhof Schäfer: Kräuterquark

Ihr erworbenes Wissen vertieften die Zweitklässler mithilfe eines Lernzirkels, welcher ein Bauernhof-ABC, die Themen Anbau und Ernte sowie die Aufgaben eines Landwirtes im Laufe eines Kalenderjahres umfasste. Den Abschluss bildete das gemeinsame Zusammensitzen bei leckerem Brot mit frisch zubereitetem Kräuterquark und fruchtigen Saftschorlen.

Autohaus Walter GmbH

Der nächste Ausflug führte die zweite Klasse zur  Autohaus Walter GmbH in Kirchzell, wo erst einmal die Fragen der Schülerinnen und Schülern geklärt wurden.

Autohaus Walter: Verkauf Autohaus Walter: Autos Autohaus Walter: Werkstatt

Sie erfuhren beispielsweise wie viele Kunden das Autohaus Walter durchschnittlich pro Tag hat, wie viele Autos meist auf dem Hof stehen wie die Öffnungszeiten sind. Außerdem wurde erklärt, wie eine Autoreparatur abläuft und wo diese repariert werden. Bei einer Führung über das Firmengelände besuchten die jungen Gäste neben den Werkstätten auch die Lackiererei des Autohauses. Die einzelnen Berufsfelder vor Ort wurden erklärt, wobei die Kinder sich auch wissbegierig nach der Länge der Pausen erkundeten. Nach dem informativen Rundgang versammelte sich die Gruppe bei wohlschmeckenden Snacks und Getränken im Pausenraum der Belegschaft, wo weitere Fragen geklärt wurden. So fragten sie beispielsweise nach der Ausbildungsdauer der jeweiligen Berufe, welchen Schulabschluss man dafür braucht und wie der Verdienst aussieht.

Autohaus Walter: Motor Autohaus Walter: Lackiererei Autohaus Walter: Pausensnack

Desweiteren wurde auf die Veränderungen der einzelnen Berufe eingegangen. Die Schülerinnen und Schüler lernten, dass beispielsweise die handwerkliche Arbeit mit Werkzeugen in den vergangen Jahren stark zurückgegangen ist und an ihrer Stelle vielmehr die Arbeit mit Computern und moderner Software gerückt ist. Zuletzt bedankten sich die Kinder für den herzlichen Empfang bei der Autohaus Walter GmbH und verabschiedeten sich, um gut gestärkt ihren Heimweg zur Schule anzutreten.

Freiwillige Feuerwehr Kirchzell

Am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt wurden die Kinder schließlich erneut von Frau Schäfer bei der Freiwilligen Feuerwehr Kirchzell begrüßt. Dort hörten sie, versammelt im Aufenthaltsraum der Feuerwehr, die Geschichte von Max und Flocke, die eine Streichholzschachtel in ihrem Kinderzimmer finden. Max zündet Streichholz an, wirft es erschrocken auf Teppich und verursacht so einen Brand. Flocke rennt in den Garten und Max ruft bei Nachbarn die Feuerwehr unter der Telefonnummer 112 an. Die Fragen an die Kinder lauten daran anschließend: Was hat Max gemacht? Was ist passiert?

Feuerwehrauto innen  Feuer-Experiment Feuerwehr Wärmebildkamera

Sie wiederholten die Ereignisse der Reihenfolge nach und lernten dabei, wie man einen Notruf korrekt absetzt. Vertieft wurde die Erklärung mit einem Fragen-Labyrinth. Weiterhin sahen sie anhand eines Experimente mit Kerzen und Gläsern unterschiedlicher Größen, wie wichtig Sauerstoff für Feuer ist. Sie lernten im Folgenden das Verbrennungsdreieck mit den Bedingungen kennen, die notwendig sind, damit ein Feuer entstehen kann, nämlich Sauerstoff, Wärme und ein brennbarer Stoff. Zudem erfuhren sie etwas über die Rauchentwicklung und die Gefahren einer Rauchvergiftung.Frau Schäfer ergänzte ihren Vortrag mit Details zur Feuerwehr in Kirchzell und den umliegenden Ortschaften.

Feuerwehr Schere

Im Anschluss daran durften sich die Kinder das Löschgruppenfahrzeug und das Hilfelöschfahrzeug aus nächster Nähe anschauen. Neben dem Ordnungssystem in den beiden Fahrzeugen durften sie einzelne Gerätschaften genauer untersuchen und erwarben so auch praktisches Wissen über Schere, Spreitzer und Wärmebildkamera. Im Fahrzeug sitzend hörten sie Frau Schäfer aufmerksam zu, die ihnen erklärte, welche Aufgaben Feuerwehrleute bei einem Einsatz haben und wie sie sich auf der Hinfahrt sowie vor Ort verhalten müssen.

Am Ende des Ausfluges waren sich mehrere Kinder darüber einig, dass Feuerwehrleute eine große Verantwortung tragen und sie sich selbst vorstellen können, einmal in die Freiwillige Feuerwehr Kirchzell einzutreten.

Reflexion der Exkursionen im Klassenzimmer

Die Erfahrungen, welche die Zweitklässler im Laufe der Ausflüge gesammelt haben, besprachen sie gemeinsam im Unterricht. Dort begegneten ihnen zudem weitere Berufe wie beispielsweise der des Schornsteinfegers und des Bäckers. Außerdem erhielten sie den Auftrag, mithilfe eines Steckbriefes ihre Eltern zu deren Beruf zu befragen und lernten somit auch den Beruf der Bürokauffrau, der Einzelhandelskauffrau sowie des Logistikers kennen. Bei der Beschreibung ihrer Traumjobs machten sich dabei wohl manche Kinder erstmalig Gedanken darüber, welche beruflichen Interessen sie selbst bereits haben. Die Schülerinnen und Schüler zeigten großes Interesse an der Unterrichtseinheit und teilten ihr erworbenes Wissen rund um Feuerwehr und Feuer ihren Eltern und Erziehungsberechtigten schließlich am MINT-Tag in der Schule mit.